Verkehr & Tourismus

Luftverkehr - Schiffsverkehr - Bahnverkehr - Straßenverkehr

 
 
 

Die Luftverkehrsbranche ist ein sehr dynamischer und schnell wachsender Wirtschaftszweig im globalen Umfeld, welcher auch in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. Waren es im Jahr 1945 noch neun Millionen Passagiere weltweit, so stieg dieser Wert bis 2007 auf 2,3 Milliarden. Das Flugzeug nimmt allerdings nicht nur für Fluggäste einen immer höheren Stellenwert ein, sondern ebenso für die Frachtbeförderung. Airbus prognostiziert einen 100-prozentigen Anstieg des Luftverkehrs innerhalb der nächsten 15 Jahre, was vor allem auf Entwicklungen im asiatischen Raum zurückzuführen ist. Dieser Trend fördert auf langer Sicht die negativen ökologischen Auswirkungen, mit denen die Branche konfrontiert wird.

Der fortschreitende Klimawandel hat bereits in den vergangenen Jahrzehnten für gesellschaftliches Umdenken gesorgt, da dieser als Bedrohung für Mensch und Umwelt gilt. Die Umweltproblematik ist weiterhin ein wichtiges Thema, denn die Folgen der Erderwärmung werden immer signifikanter, was an den vielen Naturkatastrophen ersichtlich ist. Durch das stete Wachstum der Luftverkehrsbranche nehmen auch die negativen Auswirkungen auf die Umwelt zu. Dies erfordert Handlungsbedarf hinsichtlich nachhaltiger Ökologie sowohl von Seiten der Politik, als auch von Seiten der Wirtschaft und Gesellschaft. Um die gesetzten Ziele der Luftfahrtbranche zu erreichen, sind politisches Engagement für eine höhere Effizienz sowie technische Innovationen im Hinblick auf das Triebwerk, das Fluggerät und alternative Treibstoffe notwendig. Darüber hinaus soll das Flugverhalten optimiert werden, wie beispielsweise durch eine effizientere Gestaltung der operativen Prozesse wie Flugplanung oder Flugverfahren. Eine Verkehrsvermeidung oder –verlagerung auf ökologischere Alternativen ist die offensichtlichste Lösung, Umweltauswirkungen zu reduzieren.

Hauptursache für den Treibhauseffekt sind Schadstoffemissionen, welche in letzter Konsequenz zu einer Erhöhung der Erdtemperatur führen. Durch den Einsatz bzw. die Verbrennung von Kerosin gelangen diverse Schadstoffe in die Luft. Dabei werden durch den Flugverkehr die Emissionen global verteilt und zeigen langfristig gesehen erhebliche Auswirkungen, da insbesondere Kohlendioxid (CO2) etwa 100 Jahre in der Atmosphäre verbleibt.

Weiterlesen: Schadstoffemissionen

Während Klimaprobleme global sind, haben Lärmemissionen lokale Auswirkungen. Sie stehen mehr und mehr im Fokus, da der Luftverkehr wachsen wird und Kapazitätserweiterungen an Flughäfen diskutiert werden. Der Bürgerwiderstand gegen Bahn-, Flug- und Industrielärm steigt kontinuierlich, deshalb werden Bauprojekte teurer und dauern länger. Es entsteht dadurch ein großer Interessenskonflikt, der den Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet. Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, zufolge ist Lärm die Umweltbelastung, die am stärksten unterschätzt wird.

Weiterlesen: Fluglärm

Luftverkehr findet auf globaler Ebene statt, die daraus resultierenden Emissionen haben weltweite Auswirkungen. Deshalb müssen politische Regulierungen länderübergreifend getroffen werden. In einer öko-sozialen Marktwirtschaft ist es das Ziel der staatlichen Umweltschutzpolitik, die Akteure des Wirtschaftssystems, insbesondere die Unternehmungen, zu einer umweltschonenden Wirtschaftsweise anzuhalten, ohne die im Markt agierenden ökonomischen Kräfte übermäßig einzuschränken.

Weiterlesen: Politische Lösungsanätze

Um die durch das Wachstum des Luftverkehrs höheren Emissionen zumindest teilweise zu kompensieren, sind Investitionen in neue Technologien erforderlich. Das Hauptaugenmerk liegt dabei bei der Reduktion von CO2-Ausstößen, welche mit der Senkung des Kraftstoffverbrauchs einhergeht. Das Ziel kann durch Verbesserung und Weiterentwicklung des Triebwerks, des Fluggerätes selbst und der Flugaufgabe erfolgen.

Weiterlesen: Technischer Fortschritt

Das Wachstum des Luftverkehrs erfordert auch eine Kapazitätsanpassung an den Flughäfen, die meist nur durch bauliche Erweiterungen erreichbar ist. Dazu zählen unter anderem neue Wartungshallen, Terminals, Abfertigungsgebäude, Start- und Landebahnen oder Parkhäuser. In Europa ist der Landschaftsverbrauch Hauptproblem für das Wachstum der Branche, da Konflikte mit Anwohnern sowie Umweltschutzorganisationen und zahlreiche Protestaktionen dazu führen, dass eine Erweiterung zeitlich stark verzögert oder sogar verhindert wird.

Weiterlesen: Flächenverbrauch

Ein Ansatzpunkt, die negativen ökologischen Auswirkungen des Luftverkehrs zu minimieren, ist die Anpassung der Flugrouten sowie der Start- und Landeverfahren. Ebenso trägt ein optimiertes Flugmanagement zu einer geringeren Klimawirksamkeit bei.

Weiterlesen: Flugoptimierung

Die bisherigen Ansätze von Verkehrsvermeidung und –verlagerung versuchen auf das prognostizierte Wachstum des Luftverkehrs und der damit verbundenen Umweltbelastung zu reagieren und die negativen Effekte zu reduzieren. Beim Nachfragemanagement wird das Wachstum hinterfragt und im Voraus versucht, ökologische Folgen vorzubeugen.

Weiterlesen: Verkehrsvermeidung